Was soll man tun, wenn es in der Firma kein Bargeld gibt?

Indem ich meine fünfzehnjährige Erfahrung im Umgang mit den Firmen zunutze mache, die ihre finanziellen Strukturen korrigierten oder negative Erfahrungen mit den Kunden hatten, die Liquidität verloren, nenne ich in diesem Artikel einige Bemerkungen und Vorschläge, die für die Eigentümer oder Geschäftsführungen nützlich sein können, für die jeder Tag damit beginnt, dass man nachdenkt, woher man das Bargeld für Funktionieren und Entwicklung des Unternehmens nehmen sollte.

 Die Situation auf dem Markt zwingt uns zur Gemessenheit und Vorsicht.

Coface, Euler Hermes und Dun&Bradstreet Poland lenken unsere Aufmerksamkeit auf den stetigen Risikozuwachs bei der Führung der Geschäfte in Polen, der in den immer größeren Zahlen und Werten der überfälligen Zahlungen und Insolvenzen seit Mitte 2011 ausgedrückt wird.

 Die Versicherer und Auskunfteien fassten die erste Hälfte des Jahres 2012 zusammen. Innerhalb von dieser Zeit gingen 417 Unternehmen in Konkurs, also 20% mehr als in der analogen Zeitperiode im Jahre 2011 und bis 106% mehr als im Jahre 2008, noch vor der Krise. Es ist die höchste Zahl der Insolvenzen innerhalb von den letzten vier Jahren. Man erwartet, dass 2012 die Zahl der Insolvenzen 800 überschreitet. Das wäre das schlechteste Ergebnis seit 8 Jahren. Am häufigsten sind das die Insolvenzen mit Vermögensliquidation – 82% der angemeldeten Konkurse. Die restlichen Unternehmen trafen Vereinbarungen mit den Gläubigern. Am meisten betroffen ist die Bauwirtschaft, aber die Probleme mit den Zahlungsstockungen gibt es fast in allen Branchen. Durchschnittlich wird ein Drittel der Rechnungen termingerecht bezahlt, und die Verschuldung der Vertragspartner, die dem Risiko unterliegt, hat immer größeren Anteil. Unter den bankrotten Firmen befinden sich auch die Börsengesellschaften. Dieses Problem betraf auch die Inhaber von Schuldverschreibungen, die auf Catalyst investierten.

 Was soll man tun, wenn es kein Geld für die tägliche Finanzierung der Firma gibt?

 Vor allem muss man ruhig und kaltblütig bleiben. Man darf nicht vor dem Problem weglaufen. Kein Bargeld in der Firma ist wie eine tödliche Krankheit, die durch die Handelskontakte verbreitet wird. Man muss wachsam sein, Symptome bemerken, Änderungen in der Finanzierungsstruktur und Wirtschaftstätigkeit auf dem Markt umsetzen, und falls der Unternehmensbesitzer oder die Geschäftsführung keine glaubwürdigen Vorschläge für die Gläubiger haben, sollten sie sich zum richtigen Zeitpunkt aus dem Markt zurückziehen.

 Erstens – man muss wachsam in Bezug auf den Konkurrenzkampf beim Gewinn der Bestellungen sein, die Glaubwürdigkeit des Kunden beurteilen, auf die Erzwingung der erhöhten Margen und Banksicherungen von den Banken achten, den erhöhten Kosten der Firmentätigkeit entgegenwirken und man darf nicht die den Gläubigern gehörigen Geldmittel langfristig investieren.

Zweitens – man muss die Struktur der Finanzierung der Firmentätigkeit ständig beurteilen und verbessern. Jeder Mangel an das kurzfristige Bargeld verursacht das Wachstum der Verschuldungsspirale. Man muss ehrlich in Verhältnissen mit den Banken sein, die die Unternehmenstätigkeit finanzieren. Wenn man sich des Problems bewusst ist und nicht vor ihnen weg läuft und die Geschäftspartnern trügt, arbeitet man an den Lösungen und verliert keine Energie, um vor den Gläubigern zu fliehen.

Es gibt keine universale Lösung für alle Fälle.

Die Hinweise lauten wie folgt: die Therapie kann natürlich von einem Team der Firmenmanagers bestimmt werden, aber am häufigsten gelten in der Firma Beschränkungen wie: es gelingt nicht, wir haben es schon versucht, sie gehen darauf nicht ein, es gibt keine Verbesserungsmöglichkeit. In solcher Situation rate ich den Firmenbesitzern und Aufsichtsräten keine übereilte Entscheidung über die Entlassung des Firmenchefs zu treffen. Oft verliert man Zeit für das Situationserkennung und Anleitung der neuen Person. Die Änderung des Vorsitzenden bedeutet nicht eine automatische Verbesserung der Firmenlage, vor allem wenn die Ursache (und Folge) von Problemen der Mangel an Bargeld ist.

Was soll man also tun? Eine interessante Lösung ist die Zusammenarbeit mit einem Interim–Manager.

Er ist ein erfahrener Experte, der in die Organisationsstruktur für die Dauer einer bestimmten Aufgabe eingeführt wird. Sein Gehalt hängt von dem Erfolg seiner Handlungen und den konkreten Arbeitsergebnissen ab. Der Warschauer Interim–Managers–Verein ist eine Organisation, die solche Experten sammelt, außerdem haben die Recruiting-Unternehmen oft Kontakte mit den Leuten, die an termingebundenen Aufgabekontrakten teilnehmen. Die Leute, die ich meine, sind die "finanziellen Anästhesisten" – falls die Organisation nicht imstande ist, ihre finanzielle Lage zu ändern, akzeptiert Integrim Manager keinen Kontraktsvorschlag oder stellt schnell die Diagnose vor. Wenn man aber statt eines Menschen zur Realisierung einer konkreter Aufgabe und Erreichung eines konkreten Erfolgs einen neuen Chef anstellt – wird der Letzte versuchen, alles zu tun, um an seiner Stelle festzuhalten. Die Menschen, die mit der Firma verbunden sind, sind oft durch die Probleme niedergedrückt, weil sie sich im Zentrum des Entzündungsherdes befinden, sie sind aber bestimmt gute Partner für die Zusammenarbeit mit einem Interim–Manager, der nach der Lösung der Aufgabe und Abrechnung des Kontraktes die Firma verlässt.

 Wer ist ein Interim–Manager und wie ist seine Handelsweise? – die Antworten auf solche Fragen finden Sie auf der Internetseite www.stowarzyszenieim.pl und in dem Buch unter dem Titel „Menedżer do zadań specjalnych" ("Der Manager zur besonderen Verwendung"), das 2011 herausgegeben und von Małgorzata Buchajska-Wróbel, Roman Wendt, E.Rytka, J.Gasparski und K.Gajda verfasst wurde.

 Das Bargeld in der Firma ist wie Blut – es muss genügen und kreisen. Die Zahlungsverzögerungen fordern die Sorge um die Beziehungen zu den Kunden, damit man den Moment nicht verpasst, in dem das Risiko höher als die eventuellen Vorteile ist.

 Die wichtigste Kategorie für die Sicherheit der Firma ist das Niveau des Nettoumlaufvermögens. Man muss immer darauf achten, dass es positiv ist. Wie?

Die Firmentätigkeit muss rentabel sein, weil aus einem Zloty im Kapitalumschlag wir einen höheren Wert schaffen. Darüber hinaus müssen die Reserven, Gebühre und Verbindlichkeiten in entsprechenden Zeitspannen im Bargeldverkehr funktionieren. Außerdem darf man nicht zu Investitionen Zuflucht nehmen und daran glauben, dass sie die Probleme lösen. Die Einfrierung der Geldmittel in den Investitionen verursacht oft die schnelle Entwicklung der "Baratemlosigkeit" der Firma. Die Grundlage für die Investition ist nicht nur die Beurteilung ihrer Wirksamkeit (Quelle zukünftiger Gewinne), aber auch die richtige Finanzierung. Falls die Investition bei keinen Überschüssen und langfristigen Finanzierung realisiert wird, werden in diesen Prozess auch die Gläubiger einbezogen, weil man die Schulden nicht begleicht. Solche Handlung schädigt die Firma und ihre Geschäftspartner.

Ein wichtiger Punkt für die Verbesserung der Finanzierungsstruktur ist die Analyse des Anlagevermögens im Vergleich zum Festkapital oder der Summe des Eigenkapitals und der langfristigen Verbindlichkeiten. Falls das Festkapital höher als das Eigenkapital ist, soll die Firma das Gesellschaftskapital erhöhen, die Banken oder Gläubiger überzeugen, dass sie die kurzfristigen gegen die langfristigen Verbindlichkeiten wechseln, oder ein Teil des Vermögens verkaufen. Am häufigsten kombiniert man diese Handlungen in Proportionen, die von der konkreten Situation abhängig sind.

 

Die Bank kann ein guter Partner aber auch die Quelle der immer größeren Probleme für die Firma sein.

 

Auch auf dem finanziellen Markt kämpfen die Firmen um den Kunden, man kann sich also nicht auf eine Bank einschränken, die immer die Anträge ablehnt. Bank kann ein guter Partner bei der Lösung der Probleme der Firma sein, aber nie wird sie zur einzigen Lösung.

Schließlich möchte ich noch hinzufügen, dass in den schwierigen Situationen man entweder glaubwürdig bleiben oder kapitulieren muss. Man darf die Partner nicht betrügen. Wenn es ein Problem gibt, muss man die Teilzahlungen oder verschobenen Zahlungen bestimmen und dann die Frist einhalten. Die verlorene Glaubwürdigkeit in den Beziehungen mit den Handels– oder Finanzgläubigern ist nicht wiederzugewinnen. Ohne einen Programm, die die Lösung der Zahlungsprobleme garantiert, und das Vertrauen der Gläubiger, kann die Firma die Zahlungskrise nicht bewältigen. Im Falle der Zahlungsverschleppung muss man auch nach einem konkreten Plan und nicht chaotisch handeln. Das Bewusstsein der Zahlungsprobleme und Lösungen soll gemeinsam für das Schlüsselteam des Firmenpersonals sein.